Nachtgedanken

Nachts, wenn der Wind um die Hauswände pfeift, der Regen an den Fensterscheiben herab läuft und die Katzen ganz fasziniert ihre kleinen Nasen an jenen Scheiben platt drücken, hören die Käuzchen schreien und schauen dem Nebel zu, wie er aus den Wiesen steigt. Und genau dann kommen diese düsteren Nachtgedanken. Ziehen zusammen mit den dunklen Wolken am Mond vorbei.
Was wird werden, wenn…da gibt es so viele Aspekte.
Ist mein Arbeitsplatz noch sicher?
Wie wird die Diagnose beim Arzt ausfallen?
Was mache ich, wenn ich arbeitslos werde? Wer bezahlt den Kredit?
Was koche ich am Wochenende, wenn die Schwiegermutter zu Besuch kommt?
So viele Fragen und nicht eine einzige Antwort.
Das fatale bei diesen dummen Gedanken ist jedoch, man schafft es nicht, sie aus dem Kopf zu verbannen. Das ist, wie bei einem Karussell, dass sich ohne Unterlass dreht und man es selbst nicht anhalten kann.
Danach fällt man in einen unruhigen Schlaf, wird gequält von ganz unsinnigen Träumen. Durch diese Träume geistern Menschen, mit denen man immer wieder zu tun hat. Es passieren die blödesten Geschichten.
Gestern Nacht hat mir ein Freund einen Zettel zugeschoben auf dem stand in großen Lettern nur ein einziges Wort:

TROCKAU

Jetzt grübele ich schon den ganzen Tag, was dieses Wort wohl zu bedeuten hat. Google hat mir geholfen. Trockau ist ein kleiner Ort und liegt in der Fränkischen Schweiz. Was soll das? Ich kenne diesen Ort nicht. Warum habe ich das geträumt? Ist das eine Botschaft? Wenn ja, von wem? Will mich dieser Freund etwa dort treffen? Völlig absurd.
Einmal möchte ich einen Traum haben, über den ich lachen kann.
So zum Beispiel: Donald Trump macht Angela Merkel einen Heiratsantrag und wir gehören dann ganz plötzlich zu den Vereinigten Staaten. Oder unser neuer, noch immer nicht fertiger Flughafen BER vor den Toren der Stadt Berlin wird jetzt kostengünstig zu einem Bahnhof umgebaut. Das ganze unter dem Stichwort – klimaneutral.
Nach dem Frühstück haben sich dann meistens diese trüben Gedanken vom Acker gemacht.
Dann kam so gegen die Mittagszeit ein Schlag ins Kontor. Ein Brief im Kasten. Von der Nachbarin. Sie möchte sich wieder mit mir versöhnen, möchte wieder mit mir befreundet sein.
Ich wage mir jetzt nicht auszumalen, was ich nächste Nacht zu erwarten habe. Ich fürchte, dass mit dem Lachen in der Nacht hat sich erstmal erledigt.

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