Urbi et orbi

Ich stehe auf dem Schulhof einer Gesamtschule in Berlin und stelle den Schülern aller Altersklassen Fragen zum Osterfest.
Als erstes antwortete mir ein junges Mädchen: “Das hat glaube ich irgendwas mit Jesus zu tun. Aber mit der Kirschen – Geschichte kenne ich mich nicht so gut aus”.
Na, ja, dachte ich mir, das mit den Kirschen hat ja auch noch bis August Zeit.
Dann kam ein Junge im Stimmbruch zu Wort: “Mein Opa sagt, das ist ein heidnisches Fest und mit dem Osterfeuer werden die bösen Geister vertrieben, damit es eine gute Ernte gibt”.
“Habt Ihr eigentlich Religionsunterricht hier an der Schule”?
“Reli, ja das hat der eine oder andere. Ist aber nicht wirklich in”.
Und dann wieder ein Junge: “Franziskus Pabst wohnt in Rom, ist aber eigentlich der Geschäftsführer von Obi. Ostern hält er immer eine Rede, die keiner versteht”.
Ich drehte mich einmal um die eigene Achse und suchte nach dem nächsten Gesprächspartner.
Wieder ein junges Mädchen. Die Antwort erschütterte mich. “Jesus hat alle Sünden der Menschen auf sich genommen und leidet seit dem still vor sich. An Ostern kann er jedes Jahr ein paar Tage ausspannen. Und ein paar Jahre später hat Martin Luther seine Prothesen an einer Tür zerschlagen”.

Ich schaltete mein Mikro aus, ging schnelles Schrittes zu meinem Auto und stieg ein. Dort saß ich dann eine Weile ganz ruhig einfach so da.
Es stimmte, die Schulbildung war umsonst.
Trotzdem wünsche ich Euch allen auch ein paar Tage zum Ausspannen.
Schöne Ostern

Eure Jutta

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