Wolken am Himmel über Brandenburg – Teil 1

Hanna und Harry wohnten mitten in Berlin. Es war hektisch und laut.
Die Straßen waren zu jeder Zeit verstopft. Fahrradfahrer kamen aus allen Himmelsrichtungen angerast und versetzten Autofahrer und Fußgänger in Panik.
Parkplätze waren keine zu finden. In den Sommermonaten waren unzählige Touristen mit ihren Smartphones unterwegs und standen überall im Weg.
Hanna und Harry waren nur noch genervt. Die Mieten schossen in die Höhe und viele vermieteten ihre Wohnungen als Ferienwohnungen.
An jeder Ecke wurde gebaut und ganze Straßenzüge waren gesperrt. Leider waren diese unzähligen Baustellen nicht miteinander koordiniert. Das brachte ganz viel Unruhe ins Leben und kostete Kraft.
Immer wieder warfen die beiden das Thema auf, einfach weg zu ziehen. Vielleicht nach Süddeutschland. Oder nach Niedersachsen, oder, oder…
Eines Tages machten sie sich auf den Weg ins Umland. Auch hier waren die Straßen verstopft. Im sogenannten Speckgürtel gab es gar keine Mietobjekte mehr. Die Grundstücke waren unerschwinglich oder so ruinös, dass sich eine Renovierung oder Sanierung als zu teuer herauskristallisierte. Zum Teil standen diese uralten Häuser auch noch unter Denkmalschutz. Es war zum Verzweifeln.
Hanna und auch Harry arbeiteten zu Hause. Harry gestaltete Webseiten und Hanna illustrierte Kinderbücher mit großem Erfolg. Sie brauchten also schnelles Internet. Eine Wegstrecke zum Arbeitsplatz spielte keine so große Rolle. Wenn aber die Orte Internet oder sogar einen Bahnanschluss hatten, waren die Grundstücke nicht mehr erschwinglich. Weiter außerhalb gab es wieder gute Grundstücke, aber kein Internet, geschweige denn einen Bahnanschluss.
Eines Abends saßen sie wieder bei ihrem Lieblingsitaliener an der Ecke und besprachen die Situation.
Harry erzählte dann von der alten Kiste, die er im Kleiderschrank aufbewahrte. Er hatte sie von seinem Vater. Seine Eltern waren bei einem Verkehrsunfall sehr früh ums Leben gekommen. Harry wuchs dann bei einer Pflegefamilie auf. Er wusste aber, dass sein Vater noch einen Bruder in Brandenburg gehabt hatte. Ob der noch lebte, wusste Harry nicht. Er war sich aber sicher, dass dieser Bruder von seinem Vater sehr verehrt wurde.
Warum sich dieser Bruder nie um den kleinen Harry gekümmert hatte, wusste er nicht. 
„Weißt Du, Hanna, ich habe heute in dieser Kiste ein altes Adressbuch von meinem Vater gefunden. Die Adresse von seinem Bruder steht dort auch drin. Sein Name ist Dietmar Heinrich und er wohnt oder wohnte im Nordosten von Berlin. Wollen wir einfach dorthin fahren und schauen, ob diese Familie noch lebt? Das würde mich wirklich interessieren“. Hanna war sofort einverstanden. „Klar machen wir das. Du redest so oft davon, wie sehr Du das bedauerst, dass Du nicht weißt, wer deine Verwandten sind. Das hätten wir schon sehr viel früher tun sollen.
Lass uns gleich Samstag früh losfahren“. Darauf stießen sie mit ihrem Rotwein an und gingen bald nach Hause.
Am Samstag gleich nach dem Frühstück machten sie sich auf den Weg. Es war ein ganz wunderbarer Herbsttag. Über den blauen Himmel segelten kleine Schäfchenwolken, die Blätter leuchteten bunt in der Sonne.
Bald kamen sie in diesem kleinen Ort an. Hanna tippte die Adresse in das Navi, aber das Navi kannte die Adresse nicht. Sie versuchte es gleich noch einmal. Wieder nichts. „Aber hier irgendwo muss das doch sein.
Schau mal, wir fragen dort den älteren Herrn. Der kennt sich hier bestimmt aus“. Harry parkte das Auto und beide stiegen aus.
Ob der ältere Herr ihnen weiterhelfen konnte, das erfahrt Ihr im Teil 2.

Viel Vergnügen beim Lesen Eure Jutta

Die Personen und die Handlung dieser Geschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Hits: 155

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.