Manchmal fühlt man sich ganz schön verarscht

In einer Gesellschaft, in der alle geistigen Werte durch Konsum verdrängt werden, passieren schon eigentümliche Dinge.

In einem Kaffeehaus in Berlin standen vor uns drei, der Pubertät gerade entronnene, junge Frauen und wollten einen coffee to go. Ganz selbstverständlich hielt eine von ihnen eine American Express Kreditkarte über den Tresen. Und, nein, cash, cash zahle sie nicht.
Hinter den jungen Frauen bildete sich schnell eine lange Schlange, weil diese Kreditkarte offensichtlich nicht funktionierte.

Draußen, vor dem Kaffeehaus laufen, nein besser latschen junge Männer mit Bierflaschen in der Hand am Schaufenster vorbei.
Vorbei an High Tech Kinderwagen schiebenden jungen Müttern, die auf dem Weg zum nächsten BIO – Laden sind.
Natürlich muss man aufpassen, um nicht von Joggern, Radfahrern oder ständig aufs Smartphon Schauende “umgenietet” zu werden. Auf dem Gehweg versteht sich.

Genau genommen gibt es in unserer Gesellschaft nur noch zwei Schichten.
Die, die mit dem Bausparvertrag der Eltern oder Großeltern auf die Welt gekommen sind und die, die mit einer ganz unglaublichen “Ist mir doch egal” – Einstellung durch das Leben schlurfen.

Wo ist sie hin, die Nation der Dichter und Denker?
Sind all unsere Werte einem großen Ausverkauf zum Opfer gefallen?
Ist das Leben nur noch ein Computerspiel? Sind wir nicht mehr aktiv sondern nur noch interaktiv?

Also ich fühle mich manchmal ganz schön verar…

 

Print Friendly, PDF & Email