Das Dorf – Teil 2 – Selbst gemachte Marmelade

Selbst gemachte Marmelade

Hier im Dorf abonnierte man keine Zeitung. Das war ja viel zu teuer. Dafür hatte man den Gartenzaun. Nein, viel besser, man traf sich an den beiden Bistro – Tischen vor dem Bäcker, direkt neben dem Eingang des Supermarktes. Hier traf man zuverlässig viele Bewohner aus diesem malerischen kleinen Ort inmitten des Landes Brandenburg.

Viel kauften die Bewohner hier nicht. Das meiste wurde im Garten angebaut.
Der Keller wurde zum Winter hin mit Kartoffeln gefüllt und Hühner hatte man ebenfalls.
Die Marmelade wurde selbst eingekocht und die Rezepte dazu waren sensationell.
Ich kam mir mal wieder als nicht dazugehörig vor, wie so oft. Ich kaufte meine Marmelade im Supermarkt und das geht ja gar nicht.
Was man selber nicht anbaute, das hatte der Nachbar. So konnte man wunderbar tauschen und schwatzen.
Dabei entstanden die tollsten Geschichten. Wenn man Pech hatte, wurde man ganz schnell zur Zielscheibe.
Alle paar Wochen fuhr man schnell nach Polen um Zigaretten zu kaufen, das war ja nicht weit und den Bürgermeister Bernhard wählte man auch immer wieder. Der war ja einer von ihnen und auch hier aufgewachsen. Da kannte man sich aus. Man sprach die gleiche Sprache.

Was interessierte da die große Politik? Die Politik interessierte sich ja auch nicht für dieses Dorf.

Ich kaufe meine Marmelade übrigens nicht mehr hier im Ort.

Ich will ja nicht ins Gerede kommen.

 

Bis zum nächsten Teil der Dorf Geschichten.

 

Jutta

 

 

 

 

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