Sei kein Frosch – Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Sei kein Frosch – Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte 😉 

 

Dritter Advent und noch keinen Weihnachtsbaum.
Meine Frau lag mir schon seit Tagen in den Ohren.
Und diesmal sollte ich eine Tanne selber schlagen. Mir wurde angst und bange.
Ich hatte keine Ahnung von solchen Sachen. Ich war mit Herzblut Buchhalter, aber
einen Baum selber schlagen, auweia..
Als meine Frau dann sagte: “Jetzt sei doch kein Frosch”, hatte sie mich überredet.

Ich fragte den Nachbarn, was ich tun müsste. Der grinste breit und sagte mir,
dass ich beim Förster im Wald direkt hinter dem Baumarkt vorstellig werden sollte.
Das wird dann schon. Er klopfte mir wohlwollend auf die Schulter.
Ich stapfte los.
Und bald war ich an Ort und Stelle. Der Förster wies mich ein, wo ich den Baum schlagen könne. Er musterte mich von oben bis unten und grinste.
Ich fand eine wunderschöne Tanne, stellte mich direkt davor und holte aus.
Mit der bloßen Hand schlug ich auf die Tanne ein und gab ihr noch links und rechts eine Backpfeife  😆 .
Im selben Moment merkte ich, wie ich zusammenschrumpfte, grün und gelb wurde
und einen wabbeligen Bauch bekam.
Ich war ein Frosch.
Hat die Tanne mich jetzt verhext? Was habe ich falsch gemacht?

Aber es kam noch schlimmer.
Ganz plötzlich waren da ganz viele Frauen, die mich unbedingt küssen wollten.
Man war das unangenehm. Eine hatte noch Senf an den Lippen von Ihrer Bratwurst.
Und eine andere hatte offensichtlich schon ordentlich Glühwein getankt. Die stank vielleicht ganz widerlich. Eine andere befummelte mich an Stellen, na, da rede ich lieber
nicht drüber.
Ich machte, das ich davon kam und hoppelte über den Parkplatz des Baumarktes.
Ich musste höllisch aufpassen, es war ja verkaufsoffen und ich musste zusehen, nicht über den Haufen gefahren zu werden. Aber auch hier gab es Frauen die ganz wild auf mich waren.
Dachten sie, aus mir wird ein Prinz?
Na, die irrten sich aber ganz gewaltig.
Sollten mal meine Frau fragen.
Als ich an meine Frau dachte, wurde es mir ganz warm ums Herz.
Nichts wie nach Hause.
In großen Sprüngen machte ich mich vom Parkplatz. Endlich sah ich unser Haus.
Nach mehreren vergeblichen versuchen an die Türklingel zu springen, schaffte ich es endlich. Meine Frau machte auf und brauchte einen Moment bis sie mich sah.
Zärtlich hob sie mich auf und gab mir einen ganz wunderbaren Kuss. Direkt auf mein
Froschmaul. In diesem Moment verwandelte ich mich wieder in einen Mann.
Was war ich froh.
Meine Frau sah mich an und lachte und lachte.
Als sie endlich wieder sprechen konnte, kicherte sie und gab mir ein Tuch.
Schau Dich doch mal im Spiegel an.
Ich ging ins Badezimmer. Mein ganzes Gesicht war übersät mit Lippenstiftspuren.
Meine Frau schloss mich in die Arme und flüsterte mir “na, mein kleiner Prinz” ins Ohr.

Nach einem ausgiebigen Bad zogen wir los um im Baumarkt einen Weihnachtsbaum
einfach nur zu kaufen.
Geht doch, dachte ich ganz ich so ganz still…
Heimlich schaute ich am Abend ins Internet, was denn wirklich mit “einen Baum schlagen”
gemeint war.
Es ist ja noch mal gut gegangen.
Dieses Geknutsche ist ja sowas von anstrengend.

Ich wünsche Euch allen einen ruhigen, gemütlichen dritten Advent.

Bis zur nächsten Geschichte

Eure Jutta

 

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