Geschichten aus der kleinen Stadt – Das Fest und andere Katastrophen

Wenige Wochen vor Weihnachten werden die Menschen traditionell hektisch.
Der Einzelhandel hat dabei eine einzigartige Gabe, diese Hektik zu unterstützen.

“Dieses Jahr lassen wir das Fest aber ganz ruhig angehen” liegt ganz weit vorne in meiner Liste der Sätze, die immer gelogen sind.
Spätestens Mitte November guckt man mal eben in den Kalender, um zu sehen, wie die
Feiertage denn fallen.
Im Geiste wird schon mal ganz heimlich ein Einkaufszettel geschrieben.
Wird genug Bier und Wein im Hause sein? Wann muss ich mit dem Stollen backen beginnen? Huch, und wenn unangemeldeter Besuch kommt?
Lebkuchen, ja Lebkuchen müssen noch gekauft werden. Was schenken wir denn Tante Inge?
Die Nachbarn müssen auch eine Kleinigkeit kriegen, weil man das ja so macht…
Na ja, am besten einen schon leicht gammligen Weihnachtsstern, bei dem abzusehen ist, das es das Fest gar nicht mehr erlebt. Und natürlich die Flasche Wein, die wir letztes Jahr von den anderen Nachbarn bekommen haben. Es ist genau genommen eine Wanderflasche 😆

Kaufen wir jetzt schon einen Baum oder warten wir noch? Jedes Jahr die gleichen drängenden Fragen.
Die Lichterketten müssen auch noch angebracht werden.
Vielleicht kaufen wir ja noch welche dazu, damit die Nachbarn auch sehen, dass wir uns das leisten können.
“Von dem Geld das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen”. 😉

Hoffentlich fährt die Schwiegermutter (diese alte Schabracke) dieses Jahr wieder zu ihrer Schwester. Wenn nicht, bekomme ich die Grippe. Aber so richtig!

Und ich sitze bestimmt nicht neben Onkel Erwin. Boah, der hat immer solch einen Mundgeruch und kommt mit seinem Kopf immer so nah ran. An der Sitzordnung muss ich noch dringend arbeiten.

Zum letzten Fest habe ich von meinem Mann einen Akkuschrauber bekommen. Als ich das Paket ausgepackt habe, hat er irgendwie ganz merkwürdig geschaut.
Ich glaube, er befürchtete, dass ich weiterhin seinen benutze. Wahrscheinlich denkt er, ich mache ihn kaputt und hat Angst mit mir darüber zu reden.
Vielleicht sollte ich ihm ein Nutzerprofil erstellen, so wie es im Internethandel üblich ist.
Also beim Online Einkauf erscheint das ja in Sekundenschnelle am unteren Bildrand.
Das könnte sie auch interessieren oder wird auch gern zusammen gekauft mit…..
Für meinen Mann würde es folgendermaßen lauten:
“Männer die ihren Frauen Akkuschrauber zum Fest schenkten, fand man später auch bewusstlos am Feldrand”.
Vielleicht bekommt er ja von mir eine Rheumadecke. Dann kann er sich nicht mehr mit seinen Rückenschmerzen rausreden, wenn es um die Hausarbeit geht. Ja, so mache ich das.

Und was ich auf jeden Fall hier an dieser Stelle anmerken möchte:

“Rotwein wird auch gern zusammen mit größeren Mengen Aspirin gekauft”:

Auf ins Einkaufsgetümmel und wenn alles gut läuft können wir ja auch am
SONNTAG den 24. Dezember noch einkaufen gehen. Welch ein Schwachsinn.

 

Macht’s gut Nachbarn

Eure Jutta